Chronik Domgymnasium Naumburg von 1030 bis 2000

Gebäudeansicht des heutigen Schulgebäudes (ehemals Lehrerseminar, Volksschule, Mittelschule bzw. Oberschule) - 1910
  • 1030 Gründung der Domschule infolge der Umsiedlung des Bischofs Hildeward in die Festung Nuemburg (Naumburg)
  • 1088 erste Urkundliche Erwähnung durch Bischof Günther von Naumburg (1079-1090)
  • 1514 Magister J. Bertram, ehemaliger Domschüler, stiftet erstes Universitätsstipendium für Domschüler (Erhalt bis 1914)
  • 1527 Anordnung des Bischofs Philipp, tüchtige Lehrer anzustellen, um den Verfall der Schule aufzuhalten
  • 1532 Vernichtung der meisten Akten von Dom und Schule durch einen großen Brand
  • 1542 Umbildung in eine dreiklassige Lateinschule entsprechend Melanchthons "Instruktion für die Visitatoren des Kurfürstentums Sachsen" (1528)
  • Berufung von drei evangelischen Lehrern aus Wittenberg, darunter Rektor J. Steitberger, der den letzten katholischen Rektor B. Graw ablöst
  • humanistische Inhalte in den Unterrichtsfächern: Latein, Griechisch, Hebräisch, Religion, Logik, Rhetorik, SingenEnde des 16.Jahrhunderts trat ein allgemeiner Niedergang des Schulwesens ein - Rückgang der Schülerzahl auf 50 u.a. wegen Gründung der Ratsschule (1520)
  • Umbildung des Domkapitels in eine evangelische Körperschaft; Einsetzung eines Dompredigers als "Subinspector Scholae"
  • 1618 - 1648 Fortsetzung des Unterrichts trotz Dreißigjährigem Krieg
  • Sittenverfall (Trinken, Nachtschwärmen, Unfug treiben, Widersetzlichkeiten gegen die Lehrer)
  • 1663 beginnende Erneuerung durch Rektor F. Berger (bis 1726), welcher erstmals eine Schülermatrikel anlegt
  • 1664 Teil der Schulordnung erhalten: "Scholae Cathedralis Naumburgensis Leges Officium Praeceptorum concernentes"
  • 1667 ältester erhaltener Stundenplan (der Prima)
  • 1684 gestiegene Schülerzahl von 123, Umbildung in eine „fünfklassige gelehrte Schule“, Anstellung von zwei weiteren Lehrern (Konrektor und Quintus), damit unterrichten insgesamt 6 Lehrer
  • 1686 neue Schulordnung: „ Unsere des Dom Capitals Schulordnung, nach welcher sowohl die Praeceptores als Schüler sich forthin zu richten haben, neues Schulhaus
  • Ende 17.Jh. neue Fächer: Geschichte und Arithmetik
  • 1727 Einführung öffentlicher Prüfungen zu Ostern und Michaelis
  • um 1750 Rückgang des Schulbesuchs
  • 1762 Einführung des Bücherfestes aufgrund einer Stiftung des Buchhändlers C.F. Geßner
  • 1771 Revidierte Schulordnung z.Z. des Rektors M.G.A. Lobeck
  • ab 1774 Verstärkung des Griechischunterrichts
  • 1799 Tiefstand der Schülerzahl mit 35
  • 1801 erfolgreiche Rettungsversuche durch Scholastikus L.A.C. von Wuthenau und Rektor M. Wernsdorf
  • seit 1802 Ablegen einer Reifeprüfung, Erteilung von Halbjahreszensuren, Vergabe von Stipendien an Begabte, Unterricht in Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Physik in allen Klassen
  • 1804 neue Fächer: Mathematik und Französisch; Anstieg der Schülerzahl auf 100 Knaben
  • 1807 Erweiterung der Unterrichtsräume im Südflügel durch Ausbau des Obergeschosses des Westflügels der Klausur zum Schulhaus, Einrichtung einer Bücherei und physikalischen Sammlung
  • 1808 Aufnahme der Ratsschule in die Domschule
  • 3.10.1816 Unterstellung unter die preußische Schulverwaltung
  • 1824 Aufgabe des Patronatsrechts des Domkapitels
  • Mitte 19.Jh. - Umbildung in ein neunklassiges Vollgymnasium z.Z. Direktor Dr. C. Förtsch (1834-74):
  • Einrichtung einer Sexta (1856)
  • Einrichtung einer Tertia (1870)
  • Teilung der Sekunda (1874)
  • Teilung der Prima (1882) u. Direktor H. Anton
  • 1842 Einrichtung von zwei Realklassen ohne Griechischunterricht (1842 - 1862)
  • 1850 Amt des Dompredigers als “Subinspector Scholae“ erlischt
  • 1881 Amt des Scholastikus erlischt
  • 1895 Einweihung einer Turnhalle in der Marienkirche am Dom
  • 1900 16 Lehrer unterrichten 275 Schüler
  • ab 1910 Nutzung eines Teils der Curia S. Crucis (Hospital) als Schulgebäude
  • 1914-18 Einziehung vieler Schüler, Lehrer und des Direktors in den 1. Weltkrieg - Unterricht nur noch unregelmäßig
  • 1919 staatlicher Lehrgang für Kriegsteilnehmer in vier Klassen zur Erlangung des Abiturs
  • 1920 Gründung des „ Bundes alter Naumburger Domschüler“ (BaND) um 1923
  • Schulexistenz durch Inflation bedroht, staatliche Schließungspläne
  • 1924 Regierung erlaubt, u.a. nach Intervention des BaND, den Fortbestand des Gymnasiums
  • 1927 14 Lehrer unterrichten 194 Schüler
  • 18.06.1930 900-Jahr-Feier, Übergabe einer neuen Turnhalle nebst Sportplatz in den Moritzwiesen; Lehrerschaft in diesem Jahr: insgesamt 10 Lehrer mit Rektor Prof. Dr. B. Kaiser
  • 1942 Obertertia (JG 1926/27) als Luftwaffenhelfer der Flakbatterie 4/406 zwischen Frankleben und Blösien eingesetzt, Unterricht in den Hauptfächern in Merseburg oder in der Batterie
  • 16.07.1948 - Erlass der Landesregierung von Sachsen/Anhalt über die Vereinigung des Domgymnasiums mit der Oberschule der Jungen
  • bis 1950 Nutzung der Räume am Dom - Schließung der Schule- 1991 Eröffnung des Gymnasiums 2 mit 20 Klassen (ca. 500 Schüler) und 30 Lehrern in der Seminarstraße
  • 9.05.1992 Festakt zur Namensverleihung "Domgymnasium Naumburg" im Dom
  • 1994 erster Abiturjahrgang nach der Wiedereröffnung der Schule
  • 1996 Einweihung einer neuen Turnhalle auf dem Gelände der Schule
  • 2000 970-Jahr-Feier